Flüchtlingsinitiative Marienmünster feierte zehnjähriges Bestehen


Geprägt von Menschlichkeit, Engagement und Solidarität

MARIENMÜNSTER (Westfalen Blatt). „Wir schaffen das“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel, als im Jahr 2015 Flüchtlingsströme Deutschlands Grenzen passierten. Was danach vielenorts nicht zu schaffen war, das schaffte in Marienmünster die Flüchtlingsinitiative. Und jetzt hat sie ihr 10-jähriges Bestehen gefeiert und bekam von Bürgermeister Josef Suermann große Wertschätzung und höchstes Lob.

Begrüßt wurden die Festgäste im voll besetzten Versammlungsraum des Vördner Pfarrheims von Nathalie Potthast, eine Frau der ersten Stunde. Sie nahm nach dem wohl berühmtesten Merkel-Satz im September 2015 das Herz in beide Hände und bemühte sich gemeinsam mit Irmgard Lüke und Leonie Thauern aktiv um die Menschen, die auf Hilfe angewiesen waren. In der Folgezeit knüpfe sie viele Verbindungen und organisierte einige Aktionen.

Eine davon war der Runde Tisch im Pfarrheim Vörden, den sie im September 2015 organisierten. Im Januar 2016 folgte die Erstbelegung der Grundschule Bredenborn und Ludger Spiegelberg kam als Sozialarbeiter-Hausmeister hinzu. Das erste interkulturelle Sport- und Spielefest lief im Juli 2017. Ein Vortrag von Abdusattar Shah über Pakistan ließ die Menschen danach aufhorchen. Eine Winterwanderung nach Marienmünster und ein Besuch im Tierpark Bad Pyrmont standen 2019 auf dem Programm. In den Jahren 2020 bis 2022 schränkte Corona die Aktivitäten ein.

Im Mai 2023 ging es in den Zirkus Avarelli und in die Kreativstube, sowie zum Zeichenkurs in die Heimatstube Bredenborn. Zur Fahrt in die Wewelsburg und zum gemeinsamen Fastenbrechen in Bredenborn lud die Initiative im Februar 2024 ein. Und nun trafen sich alle aus Anlass des 10-jährigen Bestehens zum Jubiläums-Café im Pfarrheim in Vörden.

Bürgermeister Josef Suermann gratulierte den mehr als 20 Ehrenamtlichen mit einer Dankesrede. Der wohl am häufigsten diskutierte Satz von Angela Merkel war nicht nur eine politische Botschaft, sagte Suermann, hier in Marienmünster ist er Realität geworden. Sie haben gezeigt, dass wir das schaffen! Ein weiterer bemerkenswerter Satz des Mannes, der selbst die Stadt Marienmünster jahrelang in vorbildlicher Weise prägte: „Marienmünster ist durch Sie offener, vielfältiger und menschlicher geworden.“ Die Arbeit der Flüchtlingsinitiative nannte Suermann beeindruckend, denn sie begleitete mehr als 400 Menschen.

Die Anerkennung und den Dank der Kirche im pastoralen Raum übermittelte Pastor Marcus Falke-Böhne. Den Einsatz der Helferinnen und Helfer nannte er „ein leuchtendes Beispiel für Menschlichkeit und Respekt.“ Im Namen der Geflüchteten dankten zwei Herren in persischer und syrischer sowie eine Dame in ukrainischer Sprache den „Helfenden Herzen und Händen.“

Wer die Flüchtlingsinitiative Marienmünster finanziell oder anderweitig unterstützen möchte, findet in Nathalie Potthast-Kropp oder Ludger Spiegelberg kompetente Ansprechpartner.


(Unterschrift des Bildes)

Sie schafften das, was andere versprachen (von links): Leonie Thauern, Elmar Klenke, Leonid Sawatzki, 2. Reihe: Nicole Lüke, Myriam Salloum, Ludmilla Schlick, Teslime Öztürk, Monika Kniep, Nathalie Potthast, Tamara Sawatzki und Anne Loke. 3. Reihe: Ludger Spiegelberg, Claudia Scholz, Irmgard Meyer, Birgit Helmes und Razgar Abedi.

Foto: Josef Köhne